Madison Bycroft, 31.10. – 13.12.2025
Vernissage
Fr, 31.10.2025 – FINAL ACT I
18:00 Performances Rebecca Solari, Rozy Tergemina Sapelkine, Marlène Charpentié
20:00 Listening LABOUR
21:00 Live Emil Slablife
22:00 DJ Dekeizer B2B DJ BByoda
Finissage
Sa, 13.12.2025 – FINAL ACT II
16:00 Book Launch SOMA: Listening Sessions, Vexer Verlag
16:30 Listening hhhhh oral publishing house x SOMA
17:00 Listening Gerome Gadient
18:00 Vernissage Cantonale Bern Jury, Kunsthaus Biel/Centre d'art Bienne (KBCB)
21:00 Performance Madison Bycroft
21:30 Karaoke Grand Finale
Verwurzelt im Medium der Performance, des Films und der Skulptur bewegt sich die Arbeit von Mads Bycroft zwischen dem Spektralen und dem Post-Natürlichen, dem Menschlichen und dem Tierischen, dem Verständlichen und dem Opaken. Geleitet von einer Grammatik der Verwandlung und Ambiguität bewohnt Bycrofts Arbeit eine Welt des Unlesbaren – bevölkert von marginalisierten, von queeren und unvorhersehbaren Wesen, die sich jeder Festschreibung entziehen.
Indem Bycroft die Figur des Monsters zurückerobert – abgeleitet vom lateinischen monstrum, was ein aussergewöhnliches Ereignis oder göttliches Zeichen von Gutem oder Schlechtem bedeutet – versteht they Monstrosität nicht als Abweichung, sondern als Potenzial. Zwischen Vögeln, Gargoyles und (nicht)erkennbaren Wesen erscheinen Bycrofts Figuren hybrid und ungebunden. Vögel nehmen dabei eine zentrale Rolle in deren Arbeit ein: Sie gelten als sensibel für Umwelt- und Wetterveränderungen und sind historisch mit der Weissagung sowie der Nähe zu Göttern verbunden. Der Film The Sauce of All Order (2024), entstanden während einer Residenz in der Villa Medici in Rom, bewegt sich zwischen Mythos und Fantasie. Inmitten eines üppi-gen Banketts entfaltet sich die Initiation der Figur Felix Culpa in den Kreis der antiken römischen Auguren und Priester, die Naturphänomene anhand des Vogelflugs deuten.
Bycrofts visuelle Sprache spiegelt eine Poetik der Undurchsichtigkeit wider: They begreift Unstimmigkeit und Fragmentierung als Widerstandsstrategien. Die Arbeit lädt die Betrachtenden ein, Widerspruch als Form der Erkenntnis zu bewohnen und stellt normative Sinnstrukturen infrage.
Mads Bycroft (*1987, Tarntanya, adelaide, Australien, wohnt und arbeitet in Marseille) verbindet das Queere, das Opake und das Göttliche und erforscht verschiedene Formen des Lesens und Schreibens, des Aus-drucks und der Verweigerung. They fragt, wie „Verstand“ durch historische Kontexte, Vorurteile und Machtstrukturen geprägt wird – und navigiert dies durch Mechanismen von Subjektivität und Sprache.
Photos: Michal Schorro
